Nipah-Ausbruch in Indien

In Südindien ist eine Krankheit ausgebrochen, die auf den Konsum von rohen Früchten und Fruchtsaft zurückgeführt wird: Nipah. Das Virus wird von Fledermäusen auf Früchte übertragen und von dort auf den Menschen. Bei Menschen führt es zuerst zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber, Erbrechen, Kopf-, Muskel- und Halsschmerzen. Oftmals bleibt es aber nicht bei diesen Symptomen, sondern schwerwiegende Probleme wie Lungenentzündungen oder Hirnhautentzündungen folgen. So sterben dann auch rund die Hälfte der Infizierten im Verlauf der Krankheit. In Deutschland und im Rest von Europa ist die Krankheit bis heute zum Glück noch nicht aufgetreten.

Um eine Infektion mit dem gefährlichen Virus zu vermeiden raten Ärzte dazu, nur gewaschene und idealerweise gekochte Früchte zu konsumieren. In keinem Fall sollten angebissene oder sonst beschädigte Früchte verzehrt werden. Auch auf den Genuss von rohen Fruchtsäften sollte man verzichten, besonders wenn man die Früchte zuvor nicht gesehen hat. Übertragungen sind aber nicht nur über Früchte möglich, sondern auch von Mensch zu Mensch. Außerdem kann die Krankheit auch Schweine befallen und auch von ihnen kann die Krankheit auf den Menschen übergreifen.

Das Nipah Virus ist noch relativ neu. Zum ersten Mal wurde es 1998 bei Schweinen in Malaysia beobachtet. In der Folge kam es zu 229 Todesfällen durch das Virus. Durch sofortige, großangelegte Notschlachtungen konnte eine weitere Ausbreitung jedoch verhindert werden. Seither ist es in Malaysia, Singapur und Südindien schon mehrmals zu Ausbrüchen der Krankheit gekommen. In den meisten Fällen konnte die Infektion auf den Verzehr von rohen Früchten zurückgeführt werden.

Um eine weitere Ausbreitung der Krankheit in Indien zu verhindern, werden alle mutmaßlich Infizierten sofort in Quarantänestationen behandelt. Zur Zeit sind in etwa 100 Menschen in Behandlung. Warum sich die Krankheitsfälle gerade zur Zeit häufen, ist noch nicht bekannt. Es wird zwar vermutet, das der Ausbruch mit dem warmen Wetter zusammenhängt, Beweise dafür gibt es aber nicht.